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KPM
Form und Funktion
Neue Sachlichkeit, ab 1920

Nach Jugendstil und Art Déco findet eine Abkehr von ornamentaler Dekoration statt.

Der 1907 in München gegründete Werkbund setzt sich für die Zweckmäßigkeit der Geräte des täglichen Gebrauchs ein. In dem Bestreben, Handwerk, Technik und Industrie zu vereinigen, um allen Künsten (einschließlich Architektur und Design) eine neue ästhetische Qualität zu geben, war das Bauhaus (1919 gegründet) wegweisend.

In der Zeit der Weimarer Republik wurde auch die Zielsetzung in der Porzellan- Manufaktur Berlin neu formuliert; vorbildlich gestaltetes, erschwingliches Gebrauchsporzellan wurde angestrebt. Zeitgenössische Künstler wie Gerhard Marcks und Ludwig Gies prägten das moderne Programm.
Die Formgestalterin Trude Petri wurde mit zahlreichen Preisen für ihr 1931 geschaffenes Tafelservice Urbino ausgezeichnet.

In der Malerei vertraten Christian Schad, Otto Dix und Georg Grosz die Neue Sachlichkeit. In der Literatur stehen Lion Feuchtwanger, Alfred Döblin und Erich Kästner für einen Realismus, der sich von den Idealen des 19. Jahrhunderts befreit hat.
Der Stilbegriff „Neue Sachlichkeit“ wurde 1923 von dem deutschen Kunsthistoriker Gustav Friedrich Hartlaub (1884-1963) geprägt.