KPM - Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin

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1717: Vasen gegen Soldaten

Preußens König Friedrich Wilhelm I. bekommt von August dem Starken 600 sächsische Kavalleristen gegen 151 Stück Porzellan aus den Schlössern Charlottenburg und Oranienburg. Damit steht der Marktwert von Porzellan fest: Vier Mann zu Pferd sind eine Vase wert.

1751: Bittbrief eines Fabrikanten

Wilhelm Caspar Wegely, Wollzeughändler in Berlin, verfasst einen ziemlich unbescheidenen Wunschzettel an den preußischen König. Er will nicht nur das Privileg, in Berlin eine Porzellan-Manufaktur zu errichten, sondern auch noch das Kommandantenhaus in der Friedrichstraße als Geschenk, samt dahinter liegendem Garten, der Bastion und dazwischen liegendem Wall. Außerdem verlangt er Zollfreiheit für die zur Fabrikation notwendigen Materialien und die Zusicherung, dass der König keinerlei Konkurrenten zulässt.

1751: Spendabler König

Bereits sieben Tage, nachdem Wegely seinen Brief geschrieben hat, stimmt Friedrich II. dem Begehren zu und ergänzt dies durch eine Gratisgabe: Damit das Arkanum, das wie ein Staatsgeheimnis gehütete Rezept zur Porzellanherstellung, nicht offenbart werden muss, ist es nicht einmal einem Zollbeamten erlaubt, in Wegelys Fässer zu schauen. Der König gestattet, dass Wegely seine Mitarbeiter vereidigt, das Geheimnis zu wahren. Der Grund für diese Großzügigkeit hat wirtschaftliche Hintergründe: Der Marktwert des "weißen Goldes" erfährt hierdurch eine Steigerung.

1753: Großbaustelle Friedrichstraße

Der Bau der neuen Fabrik ist noch nicht abgeschlossen, als die Produktion schon beginnt. Der Unternehmer Wegely erhält kostenlose Baumaterialien und muss lediglich die Weiterverarbeitung selbst finanzieren. Markenzeichen auf Wegelys Porzellan ist ein „W“. Erstklassige Kräfte werden bei der Konkurrenz abgeworben. Modellmeister wird der Porzellanplastiker Ernst Heinrich Reichard.