KPM - Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin

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1762 bis 1884
1762: Das Ende Gotzkowskys

Alle Positionen sind mit Spitzenkräften besetzt. Die finanzielle Lage von Gotzkowsky wird zunehmend prekärer. Weil das königliche Konto wegen der Kriegskosten ohnehin überzogen ist, rechnet sich Gotzkowsky keine Chancen aus, von dieser Seite durch irgendwelche Zuschüsse  unterstützt zu werden.

1763: Friedrich der Große als Unternehmer

Ende des Krieges bedeutet auch das Ende des unternehmerischen Engagements
Gotzkowskys. Am 4. August 1763 stellt er seine Gehaltszahlungen ein. Da tritt der König höchstpersönlich auf den Plan und kauft Gotzkowsky die Porzellan-Manufaktur für die beachtliche Summe von 225.000 Reichstalern ab. Er übernimmt das gesamte Personal von 146 Mitarbeitern. Der Retter hat aber ganz pragmatische Gründe: Er will die kurbrandenburgische Wirtschaft ankurbeln. Am 19. September übernimmt Friedrich II. offiziell das Unternehmen. Er gibt ihm seinen Namen und sein Zeichen: das königliche Zepter. Die Manufaktur trägt von nun an den Namen Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin (KPM). Jedes Stück trägt auf der Unterseite als Markenzeichen das Zepter. KPM wird zum Musterbetrieb: Geregelte Arbeitszeit, überdurchschnittliches Einkommen, gesicherte Renten, Betriebskrankenkasse und Versorgung für Witwen und Waisen.Kinderarbeit ist ausgeschlossen, wofür der König nicht nur menschliche, sondern auch fachliche Gründe hat: Nur hochqualifizierte Fachkräfte können das hohe Niveau halten, das er zum Maßstab für seine Manufaktur macht.

1765: Manufactum

Die Arbeitsabläufe werden rationalisiert, die Techniken perfektioniert. Die KPM wird, was sie bis heute ist: Ein nach ökonomischen Prinzipien wirtschaftender Betrieb, der das „manu factum“ wörtlich nimmt. Handarbeit ist die Basis des Unternehmens und des Erfolgs. 1767 entstehend die Service NEUZIERAT und NEUGLATT und ROCAILLE, im Jahr 1770 NEUOSIER.

1784: Blümerante Gefühle

1784 wird nach vierjähriger Entwicklungsarbeit der königliche Farbwunsch eines matten, zarten Blau erfüllt – das sogenannte Bleu mourant. Mit ihm wird Friedrichs Lieblingsservice, die Form NEUZIERAT, dekoriert. Daraus wird ein oft zitiertes Wort der Berliner: Wenn sie ein Gefühl im Bauch haben, so sterbensmüde wie dieses Blau, ist ihnen „blümerant“.