Seite Drucken
1754: Starengagement

Der berühmte Miniatur- und Emaillemaler Isaak Jakob Clauce übernimmt bei Wegely die Leitung der Malereiabteilung.

1756: Waffen statt Tassen

Der Dritte Schlesische Krieg, den die Historiker den Siebenjährigen nennen, bricht aus. Friedrich II. braucht sein Geld für unerfreulichere Dinge als das Porzellan der Wegely-Manufaktur, dessen Großkunde er war. Die Preußen besetzen Meißen nebst Manufaktur. Die beschlagnahmten Warenlager in Dresden, Leipzig und Meissen decken den königlichen Bedarf an Porzellan auf weiteres, was übrigbleibt wird unter Wert an den Armeelieferanten des Königs, Heinrich Karl Schimmelmann, veräußert. Wegely lässt sich sicherheitshalber vom König seine Rechte nochmals bestätigen und erhält eine Besuchererlaubnis für die Meißner Manufaktur auf der Albrechtsburg.

1757: Alles in Scherben

Weder die Privilegien noch die Werkspionage können verhindern, dass Wegely kurz vor der Insovlenz steht. Er löst seine Fabrik auf und verkauft die Bestände, Werkzeuge und Materialien an den Berliner Unternehmer Johann Ernst Gotzkowsky.

1761: Lust auf Porzellan und Risiko

Der Siebenjährige Krieg ist im fünften Jahr. Der Seidenhändler Johann Ernst Gotzkowsky gründet eine Porzellan-Manufaktur in Berlin. Am 11. Januar 1761 schließt Gotzkowsky mit dem schon unter Wegely beschäftigten Ernst Heinrich Reichard, der im Besitz des Arkanums ist, einen Vertrag ab. Reichard erhält laut Vertrag 4.000 Reichstaler für das Arkanum, 3.000 für den Porzellanvorrat und andere Materialien und arbeitet bei Gotzkowsky als Arkanist und Abteilungsleiter. Gotzkowsky kauft Anfang desselben Jahres das Dorvillesche Haus in der Leipziger Straße, das neben seinem eigenen Besitz liegt, und beginnt, Fabrikgebäude zu errichten. Dort wird die Manufaktur über 100 Jahre bleiben, obwohl der Standort denkbar ungünstig ist: Weitab der Spree, die als Wasserweg und Lieferant von Wasserkraft und Löschwasser Produktion und Transport deutlich günstiger gemacht hätte. Ebenfalls 1761 engagiert Gotzkowsky den Kändler-Schüler Friedrich Elias Meyer aus Meissen als Modelliermeister und Carl Wilhelm Boehme als Vorsteher der Porzellanmalerei.